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Köbi's Bericht
1000 Km Hockenheim 2007 Ostersamstag , 07.04.07

Samstagmorgen 06.00 Uhr. Ich schaue aus dem Fenster auf unser draussen angebrachtes Thermometer. Brrrrr…3° Celsius wird angezeigt. Das kann ja heiter werden. Aber „Mann“ ist ja ein ganzer Kerl und mit der Regenhose über dem Leder und noch den dicken MRT-Pulli, so ist es zum aushalten. Und dann ist da ja auch noch die Griffheizung !

Beim Treffpunkt an der Migroltankstelle in Thayngen, sind wir leider wie andere Jahre zuvor auch, nur zu dritt. Rolli Suter, Stephan Hofer und meine Wenigkeit. Damit nicht die Gefahr besteht das unsere Motoren einfrieren heizen wir sie auf der Autobahn Richtung Stuttgart tüchtig auf. Bei dieser Fahrweise muss ich befürchten das der Sprit nicht bis zum vorgesehenen Tankhalt reicht. Gottseidank klappt es aber doch. Nach dem Tanken bietet mir Stephan an ich könne, wenn ich wolle, seine Kawa fahren, den ich solle doch auch einmal ein Moped mit ein paar Überzähligen PS bewegen dürfen. Welch Grosszügigkeit, da muss doch ein Haken daran sein. Aber natürlich – die Kawa hat, im Gegensatz zu meiner VTR, keine Griffheizung. (Ist natürlich Blödsinn, Stephan hat mir im Voraus dieses Angebot schon gemacht) Also ich auf der Kawa, die anderen zwei werden im Rückspiegel schnell kleiner. Ganz gewaltig wie dieses Moped abgeht. Und ich habe tatsächlich das Gefühl das ich, in meinem biblischen Alter, doch tatsächlich mit diesem Töff etwas Überfordert bin.

In Hockenheim angekommen beeilen wir uns um in die Boxen zu kommen, wir wollen wissen ob die Benelli immer noch im Rennen ist. Alles fast im grünen Bereich, erzählen uns die Boxenleute, einzig die schleifende Kupplung bereitet etwas Sorge. Nachdem wir uns mit dem angebotenen Kaffe und Kuchen gestärkt haben, nochmals vielen Dank, erklimmen wir die Fahrerlagertribüne um die Rennen zu verfolgen. Wir stoppen die Zeiten und vergleichen die vielen verschiedenenen, manchmal auch abenteuerlichen Fahrstiele der Rennteilnehmer.

Aber halt, unser Fahrer, im Moment Manf, fehlt. Einige Runden lang suchen wir konzentriert nach der Benelli. Nichts zu sehen. Also machen wir uns auf um in die Boxen zu gelangen. Da sehen wir die Bescherung: Ein Konkurent hat Manf auf der Zielgeraden überholt und Ihm beim vorbeifahren den Handbremshebel abgefahren. Unglaublich, nach 73 Runden soll alles Vorbei sein ? Ein passender Bremshebel ist natürlich für so ein exotisches Töff nicht aufzutreiben. Da eine Chance besteht das Sprintrennen doch noch zu fahren, telefonieren wir fleissig. Hélène findet im Internet ein paar Adressen von Benelli-Händlern in Deutschland. Einer der Händler gibt uns eine Adresse in Ettlingen, nähe Karlsruhe. Nachdem wir bei diesem Händler angerufen haben und er uns versichert einen passenden Hebel zu haben, schwingen wir drei uns wieder auf die Töffs um den Bremshebel zu holen.

In der Zwischenzeit wird infolge eines, leider tödlichen Unfalls das 1000-Km-Rennen abgebrochen und gleich auch annuliert. Für die Startaufstellung im Sprintrennen wird auf eine Rangierung vom letzen Jahr zurückgegriffen und das ergibt für unsere Leute den 15. Platz. Der Händler hatte übrigens tatsächlich einen passenden Bremshebel im Lager. Das bedeutet, Manf muss bevor er an den Start des Sprintrennens fahren kann noch schnell den neuen Bremshebel montieren. Alles klappt einwandfrei. Wir auf der Tribüne sind überrascht wie weit vorne Manf nach der ersten Runde erscheint. Leider verliert er, hauptsächlich wegen der immer stärker schleifenden Kupplung Platz um Platz. An 16. Stelle übernimmt Craig den Töff. Am Schluss beendet er das Rennen noch auf Platz 24.

Wir verabschieden uns von unseren Freunden in der Box und machen uns auf den Heimweg. Ich natürlich wieder auf meiner VTR. Trotz meinem Ritt auf der Kawa habe ich immer noch den Plausch an Ihr. Durch unser Intermezzo mit dem Bremshebel ist der Tank wieder bedrohlich leer und ich habe grosse Bedenken dass der Most bis zur nächsten Tankstelle reicht. Tatsächlich beginnt der Motor zu stottern und ich halte auf dem Pannenstreifen an. Dort läuft er aber wieder einwandfrei, also nichts wie weiterfahren. Trotzdem habe ich kein gutes Gefühl und bin heilfroh als ein Schild die Tankstelle in 5 Kilometer ankündigt. Und tatsächlich, auf der Ausfahrt zur Tankstelle stellt der Motor Endgültig ab. Schwein gehabt. Den restli chen Weg bis Thayngen erledigen wir ohne Stau und ohne weitere Vorfälle auch noch.

Tourenchef

 
 
 

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