29. April

30. April

1. Mai

Der Bericht



Afahre 2006 Reiseberich


Teilnehmer:
Doris und Walter Erhart, Mary und Roli Suter, Barbara Glaus und Roger Ryser, Craig Schmied, Manfred Schatzl, Markus Rüeger, Stephan Hofer, Patrick Keller, Köbi Epprecht

1. Tag Samstag 29. April

Wir treffen uns im Kaffee Tobler in Neuhausen. Es regnet nicht, aber es ist abartig kalt.

Fast pünktlich um halb neun Uhr werfen wir die Motoren an und los geht’s Richtung Trasadingen nach Deutschland und dann in Zurzach wieder in die Schweiz zurück. Über die Minipässe im Aargau kommen wir ins Fricktal. Weiter über die Saalhöhe nach Schönenwerd, Kölliken nach Reiden im Luzernischen. Nach dem nächsten Hügelzug sehen wir auf Madiswil hinunter, aber kurz vorher machen wir im Gasthaus "Bürgisweier Bad" halt und wir kehren zu einem ausgezeichneten Mittagessen ein.

Dann geht es ins Emmental hinein und über Grosshöchstetten Richtung Thun. Langsam werden wir warm, es ist aber auch nötig den nun kommt die erste richtige Härteprüfung. Oben, auf dem Gurnigel, liegt links und rechts der Strasse, eine 1 Meter hohe Schneemauer. Das Aussenthermometer an der VFR unseres Präsidenten zeigt gerade noch 2° Plus an. Brrrrrrrr. (Wieviel habe ich für meine Griffheizung bezahlt ?? - Egal, es hat sich gelohnt.)
Im Fribourgischen Giffers ist der nächste Kaffeehalt angesagt und auch die Tanks unserer Mopeds müssen gefüllt werden.

Weiter geht die Fahrt am idyllischen Lac de la Gruyère entlang Richtung Broc und dann weiter Richtung Château d'Oex. Über den Col des Mosses wird es noch einmal empfindlich kühl. Aber dann ins Wallis hinunter tauen unsere Knochen wieder auf. Von Aigle aus ist es dann noch ein Katzensprung bis nach St.Maurice wo wir unsere reservierten Zimmer beziehen können. Nach der heissen Dusche treffen wir uns zum Apéro im Restaurant. Unser Wirt lagert viele spezielle Biersorten und die werden ausgiebig degustiert. Doch dann meldet sich der Hunger und wir zügeln in den Speisesaal, da wird uns dann ein sehr feines Nachtessen serviert.


2. Tag Sonntag 30. April

Ich erwache etwa um halb sieben Uhr. Als erstes reisse ich die Vorhänge zurück um das Wetter zu prüfen. Hurra, ich sehe über den steilen Felswänden hinter dem Bahnhof von St.Maurice nur blauen, wolkenlosen Himmel.

Nach dem Frühstück wird aufgepackt und los geht es, zum Tal hinaus nach Montey, durchs Städtchen und schon sind wir in der schönsten Kurvenorgie hinauf nach Morgins. Über die Grenze nach Frankreich hinein. Dann müssen wir uns aber zuerst etwas an die vom Winter noch verschmutzten und löchrigen Strassen gewöhnen. Vorbei an La Chappelle d'Abondance, wo wir auf der Heimreise von der legendären Südfrankreichtour das letzemal Übernachtet haben, geht es Richtung Thonon. Dann drehen wir wieder Südwärts nach Morzine. Dort währe eigentlich der Col de Joux de Plane eingeplant gewesen, aber leider ist der Pass noch geschlossen. Also umdrehen und auf der RN weiter nach Taninges. Ein kurzes Stück Westwärts und schon wieder Richtung Norden, hinein in die hügelige Welt hinter dem Genfersee. In Thonon machen wir halt zum Mittagessen in einer Gartenwirtschaft direkt am See. Leider dauert das ganze dann etwa 2 Stunden und ich habe das Gefühl wir müssten uns etwas beeilen weil wir ja noch ein ganzes Stück Weg vor uns haben.

Also ab auf die D903 Richtung Annemasse. Bis Bons, dann links weg und wieder in die Hügel hinein. Über den Col de Saxel nach Boëge, dann den Col du Perre, nach Bogève und dann Südwärts bis wieder auf die D907. Dann fahren wir in einem grossen Bogen zurück und über Marignier weiter nach Bonneville. Dort tauchen wir in die Schlucht "Gorges des Eveaux" hinein. Eine absolut Pneuverschleiss fördernde Streckenführung. Weiter geht’s in flockigen Tempo bis hinunter nach St.Jean de Sixt, Thônes, Seraval bis nach Faverges. Dort biegen wir ab auf die RN508 Richtung Annecy. Entlang am Lac d'Annecy, beschliessen wir, nochmals kurz einzukehren.

Weiter dem See entlang bis nach Sévrier, dort scharf links hinauf, und die fröhliche Kurvenhatz geht wieder weiter. Südwärts bis fast nach Lescheraines, scharf rechts abbiegen und wieder Richtung Norden über Gruffy nach Alby. Dort werden einige Ehrenrunden gedreht bis wir eine Tankstelle finden. Die KTM von Craig ist absolut am Ende. Leider funktionieren unsere Kreditkarten nicht. Gottseidank erbarmt sich eine Autofahrerin unser und überlässt uns gegen Bargeld einige Liter Most. Aber es werden nur gerade die jenigen getankt, die bald leer sind.

Weiter nach Rumilly. Weil wir schon ziemlich spät dran sind mach ich den Fehler, nicht mehr nach einer Tankstelle zu suchen und aufzutanken. Es sollte sich am nächsten Tag rächen.
Wir überqueren den letzen Höhenzug hinauf nach Moye, wo wir von unserer Wirtin im Hotel "Relais du Clergeon" bereits erwartet werden. Auch hier werden wir wieder mit einem sehr guten Nachtessen verwöhnt.


3. Tag Montag 1. Mai

Grundsätzlich geht es heute nur noch Nordwärts. Auch hier sind die Strassen wieder so das die Pneus bereits nach kurzer Fahrzeit Betriebstemperatur erreicht haben. Das "Val de Fier" verleitet so richtig um die Gasschieber anzuheben, respektive heutzutage sind es ja die Einspritzdüsen, aber die werden nicht angehoben, oder so. Auf jeden Fall gibt es dort einen neckischen Buckel mit Null Übersicht. Hinter dem Buckel macht aber die Strasse einen kleinen Links-Rechts-Bogen um den Schotterplatz eines Kieswerks herum. Einige sollen dort ein paar Meter des Weges eingespart haben.

Auch in Seyssel finde ich keine Tankstelle. Ich hoffe das spätestens in Châtillon eine zu finden ist. Leider passiert es bereits vorher. Plötzlich fehlen ein paar Kollegen. Ich entschliesse mich zurück zufahren um nachzuschauen was passiert ist. Bei einem einsamen Bauernhaus stehen die gesuchten bei einem fröhlichen Schwatz herum. Du musst schauen gehen, da hinten im Keller unten stehen alte Motorräder herum, so werde ich empfangen. Tatsächlich, da stehen in der einen Ecke aneinandergelehnt zwei Terrot und ein Peogeot Motorrad. In der anderen Ecke dasselbe Bild mit drei weiteren Oldis. Beim Eingang vorne lehnt an der Türfüllung eine Triumph aus den Sechzigerjahren, bei der hatte der Besitzer den letzen Most abgelassen um die trockene Triumph von Stephan aufzufüllen.

In Châtillon angekommen ist es bei Roger so weit, keinen Most mehr. Ich mache mich alleine auf um eine Tankstelle zu suchen. Richtung Bellegarde finde ich eine bei einem geschlossenenen Einkaufscenter. Die Tankstelle funktioniert, nur nicht mit meiner Schweizer EC-Karte oder der Kreditkarte. Also wieder zurück. Im Städtchen treffe ich einen Einheimischen und der sagt mir das es in Bellegarde eine bediente Tankstelle hätte. Ich frage Ihn noch nach einer Plastikflasche, damit wir das Moped von Roger wenigsten so weit wieder beleben können, um bis zur Tankstelle zu fahren. Die Flasche könne er mir organisieren meint der Franzose, in der Zwischenzeit will ich die anderen holen um sie zur Tankstelle zu führen. Tatsächlich haben am Ende der Geschichte alle wieder volle Tanks und wir können unsere Tour endlich fortsetzen.

Flockig durcheilen wir das langgezogene Val Mijoux. Am nördlichen Ende des Tales, in Mijoux ist es bereits Zeit ans Mittagessen zu denken. Um etwas von der verlorenenen Zeit einzuholen, kaufen wir in einem kleinen Laden wo beinahe alles zu kaufen ist ein und veranstalten direkt vor dem Laden ein Picknik. Wenigstens die eine Hälfte der Clique macht das so, die anderen schaffen es tatsächlich, in derselben Zeit in einer Pizzeria in der nähe, eine Pizza zu bekommen und zu essen.

Weiter geht es über den Col de la Faucille nach Gex hinunter. Über Divonne, Richtung Nyon und dann wieder hinauf nach St.Cergue. Da ich die Strasse bereits von einem Oldtimerrennen kenne, weiss ich bereits zum voraus, dass jetzt einer der Höhepunkte unserer Tour kommt – Lagebesprechung oben in St.Cergue. "Schwarze Striche auf Asphalt". "Affengeil", etc.

Weiter über den Col de la Givrine und dann die Jurahochebene Richtung Lac de Joux. In Le Brassus rechts hinauf zum Col du Marchairuz. Wieder einmal gegen den Genfersee hinunterstechen, Bière, dem einen oder anderen aus seiner Militärzeit bekannt, dann geht es schon wieder hinauf zum Col du Mollendruz. Kurz nach dem Pass zweigt die Strasse rechts ab, immer Richtung Yverdon. Langsam macht sich das Gefühl vom bevorstehenden Ende unserer Ausfahrt bemerkbar.

In Orbe wird noch einmal Aufgetankt, ein Kaffee getrunken und schon verabschieden wir uns voneinander.

Wir fahren noch zusammen auf der Autobahn bis Zürich, respektive die Hochlenker-Gilde schwenkt in Würenlos ab um Ihre Mopeds nocheinmal aufzutanken.

 
 
Bericht von Köbi Epprecht
 

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