Schaffhauser Nachrichten
19.04.2010
«Me sött de Töff mit em
Füdli faare»
Der erste Töfftag seit Längerem lockte
am Sonntag scharenweise Zweiradfans an: alte und junge, Neulinge,
Routiniers und auch Rennfahrer.
VON alfred wüger
schaffhausen 2011 wird das Munot Racing Team
sein 40-jähriges Bestehen feiern, gegründet worden war
es, so Präsident Stephan Hofer, weil man die Schaffhauser
Rennfahrer unterstützen wollte.
Von den heutigen Rennfahrern ist nur Stefan Kiser
da. Mit Freddy Fleischhauer im Seitenwagen kurvt er auf zwei Rädern
um die Markierungen des Slalomkurses: spektakulär!
Fahrlehrer Peter Lobsiger lachend: «Töfffahrer
sind eben ein eigenes Volk.» Ob es Antitalente gebe? «Ja,
wenn jemand die Blickführung, etwas vom Wichtigsten, nicht
hinkriegt, mit der Schaltung und der Technik nicht zurechtkommt,
kein Gleichgewichtsgefühl hat … Me sött de Töff
mit em Füdli faare.» Solange man mit Muskelkater in
den Armen nach Hause komme, habe man’s nicht drauf.
Martin Zollinger sagt, im Vergleich zu Motocross
sei das Fahren auf der Strasse nicht sehr anstrengend. Mit Ralf
Wohlwender schaut er jetzt neue Modelle an. Auch Tanja Gubser,
die auf dem Anfängerparcours unter den Augen von Cyrill Landolt
ihre ersten Runden dreht, will ein Motorrad kaufen. «Jetzt
weiss ich mehr», sagt sie.
Töfffahren ist ein intensives Naturerlebnis.
Diese Freiheit lieben Sandra und Stephan Leu genauso wie Urs und
Nena Hauser, die soeben von ihren Harleys steigen. «Wir
fahren diese Marke, weil wir so keinen Stress haben. Es ist easy.»
Oft zieht es sie nach Österreich zu den Harley-Treffen am
Faaker See.
Der Töfftag im Herblingertal dauerte von
9 bis 16 Uhr, es war ein stetes Kommen und Gehen. Die Helferinnen
Priska Burkhart und Sara Harzenmoser hatten alle Hände voll
zu tun. So einen Event, wo fünf Händler sechs Marken
präsentieren, sagte Stephan Hofer, habe es noch nie gegeben.
Und mit dem Motorradfahren sei es wie mit dem Skifahren: «Am
Anfang der Saison noch etwas wacklig, deshalb bieten wir hier
die Möglichkeit zu üben.» Super!
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