Teilnehmer: Markus Hirt, Daddy Schudel, Mary und Roli Suter,
Hélène und Köbi Epprecht
1376 Km für Hin- und Rückreise. 2014 Km auf der Insel Total
3390 Km
1. Tag Donnerstag 18. September 696 Km
Wir treffen uns an der Autobahnraststätte Kempthal. Bei der Begrüssung
fühlen sich die Hände von Mary wie Eiszapfen an. Kein Wunder,
unser Thermometer zu Hause hat 6° angezeigt !! Übers Zürcher
Oberland, bei nervig vielem Berufsverkehr, erreichen wir den Sattel
wo die ersten Sonnenstrahlen durch ein paar Wolkenlöcher gucken
und so etwas wie ein Wärmegefühl vermitteln. Auf dem Gotthard
schnell anhalten und ein Fötteli mit Neuschnee im Hintergrund schiessen
und weiter geht die Reise, dem hoffentlich wärmeren, Süden
entgegen. In Chiasso wird nochmals günstiger schweizer Most getankt,
im MC-Donald ein nicht wirklich guter Hamburger verdrückt und ab
auf die Autobahn geht es Richtung Milano. Nachher geraten wir in einen
grösseren Stau den wir aber nach guter Töfflermanier relativ
schnell hinter uns bringen. Wir müssen erst um 19.00 bei der Fähre
in Livorno eintreffen deshalb zweigen wir nach Piacenca von der Autobahn
ab und fahren über Castell' Arquato, Bardi und Borgo Val di Taro
nach Pontremoli. Von dort fahren wir wieder auf der Autobahn weiter.
Ziemlich genau um 19.00 Uhr erreichen wir Livorno und können sofort
in den Bauch der leuchtend gelben Fähre der Firma "Corsica
Ferries" fahren.
2. Tag Freitag 19. September 194 Km
Tagwache ist um 05.30 Uhr. Hélène hat nichts geschlafen
(Das wird ja ein lustiger Tag). Wie ich später vernommen habe hat
auch Markus nicht viel geschlafen, irgendeine Lärmquelle in seiner
Kabine hinderte Ihn daran. Jedenfalls hat er meinen ungebrauchten Satz
Gehörschütze dankbar angenommen. (Für die Heimreise)
Wir fahren um 07.00 Uhr in Golfo Aranci los. Nach der Hitze im Schiffsbauch
ist es draussen angenehm kühl. Vorbei an Olbia ins Landesinnere
Richtung Westen. Bei der ersten Tankstelle machen wir einen Halt um
erst einmal etwas zu Frühstücken. Am Fernseher sehen wir den
Wetterbericht, gegen Abend könnte es Regen geben, also fahren wir
weiter damit wir vorher in unserem Hotel in Bosa Marina, an der Westküste
ankommen. Wir bekommen einen ersten Eindruck von Sardiniens Strassen,
zuerst die relativ breite und gerade geführte Hauptstrasse Richtung
Sassari, dann weiter auf der kleineren Strasse durch die Berge bis nach
Bosa an die Küste hinunter. Kurven, Kurven und nochmals Kurven.
Und der Zustand der Strassen ist ein Traum, da könnten sich die
Schweizer eine Scheibe abschneiden. In Bosa machen wir Zimmerbezug,
Hélène legt sich schlafen, sie ist müde. Wir anderen
treffen uns zu einem Bummel am Strand entlang. Brrr das Wasser ist kalt.
Schätzungsweise 19-20 Grad, für mich kein Anreiz zum baden.
Wir erkunden die Strandbeizen, essen etwas und erforschen die Mohle
mit ihrer kleinen Befestigungsanlage. Dann legen wir uns noch etwas
hin und um 19.30 Uhr sind wir beim Nachtessen.
3. Tag Samstag 20. September 380 Km
Heute fahren wir nach dem Frühstück an der Küste entlang
nordwärts Richtung Alghera. Hélène bleibt im Hotel,
sie will sich noch etwas erholen. Unser Ziel ist die "Costa Smeralda"
der Treffpunkt der Schönen und Reichen dieser Welt. Affengeil,
500 Meter nach dem Start beim Hotel geht’s mit den schönsten
Kurven und richtig griffigem Belag los. Wir durchqueren Alghero und
fahren ganz hinaus zum Cabo Caccia. Dort könnte man, wenn man wollte,
ca 600 Stufen zum Meer hinuntersteigen um eine berühmte Tropfsteinhöhle,
die "Grotte di Nettuno" zu besichtigen und dann könnte
man wieder die 600 Stufen heraufsteigen. Wie gesagt, wenn man wollte.
Wir fahren weiter nach Porto Torres das an der Nordwestküste liegt.
An der Küste entlang Richtung Castelsardo sehe ich plötzlich
den Wegweiser zum "Roccia l'Elefante". Natürlich müssen
wir den sehen. Na ja, von weitem kann man einen Elefanten erkennen.
Nach dem Mittagessen, Spaghetti al Pomodoro, Spaghetti con Vongole etc.,
müssen wir feststellen das wir uns im Zeitplan etwas getäuscht
haben, die Tour bis an die Costa Smeralda fortzusetzen dauert zu lange.
Wir kürzen ab und fahren über Tempio Pausania wieder nach
Bosa zurück. Damit es nicht allzu spät wird müssen wir
sogar noch für einige Kilometer die Schnellstrasse nehmen.
4. Tag Sonntag 21. September 220 Km
Wir machen nur eine kleine Tour nach Süden. Mary will am Strand
bleiben und Markus kommt auch nicht mit. Die Strasse führt uns
nur teilweise der Küste entlang bis fast nach Oristano. Vorher
biegen wir westwärts ab und fahren auf der Halbinsel Sinis bis
hinunter nach San Giovanni di Sinis. Dann wieder Richtung Norden, machen
wir einen Abstecher an den Strand bei Arutas. Auf der Karte ist eine
Strasse eingezeichnet. Wir finden aber nur einen steinigen Trampelpfad,
als kehren wir wieder um. Über Millis und Macomer fahren wir nach
Bosa zurück und keine halbe Stunde später liegen wir wie ganz
normale Touris am Strand an der Sonne. Mary, Roli, Daddy und Markus
"geniessen" noch ein Bad im Meer, ich lasse es bleiben, viel
zu kalt !
5. Tag Montag 22. September 430 Km
Heute haben wir eine grosse Tour vor uns. Wir wollen die Strasse Nr.
125 geniessen. Diese, wohl berühmteste Strasse Sardiniens, führt
von der Hauptstadt Cagliari unten im Süden an der Ostküste
entlang, durch das Gebirge bis hinauf nach Arzachena an der Costa Smeralda.
Auf der Schnellstrasse fahren wir über Macomer Richtung Nuoro.
Auf halbem Weg schwenken wir südwärts ab und fahren über
Ottana nach Sarule. Dort wollen wir eigentlich wieder auf die Schnellstrasse
südwärts, ich erwische aber eine traumhafte Nebenstrasse und
so sehe ich keinen Grund umzukehren. Bei Mamoiada geht’s dann
wieder auf die Schnellstrasse Richtung Lanusei. Kurz vorher schwenken
wir ab und fahren über Villagrande nach Tortoli an der Küste.
Dort beginnt für uns die Fahrt auf der 125er. Es ist unbeschreiblich,
einerseits fährt man immer am oder auf dem Bergrücken und
geniesst eine traumhafte Aussicht auf das Hochplateau hinunter, andererseits
ist die Strasse einfach Affengeil. Vor Dörgali geht es durch einen
Tunnel rechts ab und dann nach Cala Gonone hinunter. Das ist ein kleiner
netter Ort direkt unten an der Küste. Auf einer Terrasse direkt
am Meer genissen wir das Mittagessen. Weiter geht es wieder Richtung
Westen nach Nuoro, der Provinzhauptstadt. Von dort aus suchen wir uns
eine Nebenstrasse für den Heimweg. Was wir finden ist der absolute
Wahnsinn. Mann stelle sich einen relativ ebenen Berghang vor, natürlich
mit vielen Olivenbäumen bewachsen, mittendrin führt eine Strasse
durch, die man ganz gerade hinaufführen könnte. Dem ist aber
nicht so, die Sarden haben, wahrscheinlich nur wegen den Töffahrern,
Kurven links, rechts, links, rechts gebaut so gleichmässig wie
mit dem Zirkel gezogen. Weil es so schön ist fahren wir sogar noch
von Benetutti nach Nule hinauf weil auf der Karte schon ersichtlich
ist das es viele Bögen hat. Dann fahren wir wieder hinunter und
über Bono und Bonorva nach Bosa zurück.
6. Tag Dienstag 23.0 September 150 Km
Laut Wetterbericht gibt es heute etwas Regen. Tatsächlich ist der
Himmel bedeckt. Also machen wir heute Kulturtag. Hélène
bleibt zuhause. Wir beginnen mit der von weitem recht eindrücklichen
Burganlage in Bosa. Nach dem Aufstieg, vorbei an einem stattlichen,
aber bestialisch stinkenden Geissbock, gelangen wir zum Eingang. Der
Eintritt von € 5.00 ist auf
€ 2.50 reduziert. Man kann nur das Kirchlein besichtigen. Die Mauer
rundherum von der aus man einen Super Ausblick auf Bosa und die Umgebung
hätte, kann nicht bestiegen werden, es ist eine Baustelle. Weiter
geht es auf der Küstenstrasse Richtung Alghero. Dieses mal haben
wir auch Zeit um unterwegs einige Fotos zu machen. Dann schwenken wir
rechts ab ins Landesinnere um einen Nuraghe zu besichtigen. Nuraghen
sind runde aufgeschichtete Steintürme die vor einigen tausend Jahren
von den Nuraghern zur Verteidigung erbaut wurden. Nach einigen Kilometern
kommt ein Parkplatz mit dem Hinweis das es erstens Eintritt kostet,
zweitens muss man noch irgenwo hin zu Fuss laufen und drittens wird
grad zu dem Zeitpunkt geschlossen. Klar wir fahren weiter. In Alghero
ziehen wir uns an der Strandpromenade eine feine Pizza rein. Das ist
Kultur ! Mittlerweile ist das Wetter wieder schön geworden. Wir
fahren Richtung Villanova. Unterwegs sehe ich einen Wegweiser der auf
ein sogenantes Gigantengrab hinweist. Kurzentschlossen biege ich ab
und die anderen folgen mir nach. Nach einigen Kilometern Staubstrasse
und drei wilden Eseln am Wegrand finden wir das Grab. Einige aufeinandergeschichtete
Steinplatten ist alles was es zu sehen gibt, dafür ohne Eintritt.
Wir sind der Meinung genug Kultur gehabt zu haben und fahren über
Monteleone nach Bosa zurück.
7. Tag Mittwoch 24. September 0 Km
Der Wetterbericht verspricht heute schönes Wetter. Mary und Roli
wollen etwas laufen, einen Stadtbummel machen und dann an den Strand
liegen. Nach dem zweiten Kaffe in unserer Bar um die Ecke laufen wir
los. Hélène bleibt sitzen und Markus ist sonstwie verschwunden.
Dem Flussufer entlang gehen wir Richtung Bosa. Bei der Besichtigung
eines Schwimmbaggers (in Stellvertretung von Geri) sehen wir Hélène
und Markus mit dem Ausflugzüglein Richtung Stadt fahren. Wir treffen
uns im Stadtzentrum und gehen zusammen etwas lädelen. Mit dem Züglein
fahren wir, ausser Mary und dem armen Roli welche zu Fuss gehen, wieder
zum Hotel zurück. Am Strand genehmigen wir uns eine Pizza. Das
Wetter verschlechtert sich. Es wird richtig frisch. So verziehen sich
alle zu einem ausgiebigen Nachmittagsschläfchen. Zum Apéro
treffen wir uns wieder in unserer Bar.
8. Tag Donnerstag 25. September 330 Km
Wir fahren nochmals ins Landesinnere. Mary kommt nicht mit, sie fühlt
sich nicht wohl. (Könnte eine kleine Magenverstimmung sein, sie
trinkt klar zu wenig Grappa.) Wir fahren nach Ghilarza. Über den
Stausee und dann einfach eine grosse Runde durchs Gebirge. Olzei, Tati,
Aritzo und bis hinunter nach Senis. Von dort wieder nordwärts,
Asuni, Allei, Busachi und über Bonarcado nach Bosa zurück.
Kurven, Kurven, Kurven.
9. Tag Freitag 26. September 310 Km
Heute ist Abreisetag. Da wir ja erst am Abend in Golfo Aranci einschiffen
wollen wir noch an die Costa Smeralda fahren. Von Bosa aus geht es nordwärts
über Romana, Ittiri nach Sassari. Weiter Richtung Osten durch das
Gebirge. Osilo, Martis, Perfugas, Santa Maria Coghinas, fast wieder
an der Küste und dann wieder durchs Gebirge nach Tempio Pausania.
Dort genehmigen wir uns das letzte mal ein richtiges italienisches Mittagessen.
Über Arzachena fahren wir nach Palau wo die Costa Smeralda beginnt.
Der Küste nach geht es nach Porto Cervo, die berümteste Hafenstadt
an der Costa Smeralda. Das schlägt sich auch auf die Preise im
Hafencaffe nieder. Ein 2-Deziliter Cola kostet € 6.-, ein Cappucino,
für den wir in unserer Bar um die Ecke € 1.- bezahlt haben
kostet hier € 4.-. Dafür ist es schön hier. Und reich.
Im Hafen dümpelt unter anderen ein englischer Kahn von ca. 50 Meter
Länge und etwa 5 Stockwerke hoch. Die Leute von diesem Schiffchen
hocken auch im Hafenkaffee. Dann brechen wir auf. Alles der Küste
nach bis Golfo Aranci. Unsere Fähre liegt am Hafen bereit, nach
kurzer Wartezeit fahren wir an Bord und machen Zimmerbezug.