Supermotard swiss Championship 2006
Frauenfeld TG 20./21. Mai
Kat.: Promo
Start No.: 108
Die Vorbereitungsfase für das erste Rennen dieser Saison begann schon in den Wintermonaten, mit etlichen Hallen- und Outdoortrainings in Rottweil, Freiburg und Stetten a.k.M.!
Die Wetterprognosen sahen sehr düster aus für das Rennwochenende, „wechselnde Bewölkung mit sonnigen Abschnitten und einzelnen Regenschauern“.
Alles klar, das bedeutet erst einmal neue Regenreifen besorgen und hoffen, dass diese nicht eingesetzt werden müssen.
Freitags von 18:00 bis 21:00 war Technische Abnahme, mit einigen Neuerungen für dieses Jahr, eine der wichtigsten war sicherlich die neue Lautstärkenbegrenzung auf 96dB, früher 98dB.
Die Abnahme wurde „fast“ (Sicherungsdraht fehlte an einigen Stellen) ohne Probleme bestanden, was jedoch kein Problem darstellte. Die Sicherungsdrähte wurden dann durch eine Nacht- und Nebelaktion noch nachgerüstet.
Samstag früh morgens, so ca. 7:00 setzte sich die Caravane wieder in Bewegung Richtung Frauenfeld. Mit an Board war unter anderem ein weiterer Fahrer aus Diessenhofen mit einer Suzuki RM 450.
In Frauenfeld angekommen wurde erst mal ein schönes Plätzchen gesucht, alles ausgeladen, die Nachbarn freundlich gegrüsst und ab zur grossen Streckeninspektion.
Auch ein kleiner Rundgang im Fahrerlager war angesagt, um die neuesten Modelle und Entwicklungen zu begutachten.
Nach der Streckeninspektion und dem Rundgang im Fahrerlager kehrten wir zu unserer Servicestation zurück. Das Wetter schien zu diesem Zeitpunkt sehr stabil, die Temperatur bei leicht bewölktem Himmel lag bei 17°C. Somit stand fest, dass zumindest das „freie Training“ und das „Qualifikationstraining“ im Trocken über die Bühne gehen wird.
Da ich noch die Regenreifen aufgezogen hatte, wurde schnell der Radsatz mit den Slicks montiert und auch gleich die Reifenwärmer angebracht.
Um 8:15 starteten die ersten Fahrer aus der Promo-Klasse zum freien Training. Insgesamt wurde die Promo-Klasse in drei Gruppen aufgeteilt, da sich mehr als 90 Fahrer eingeschrieben hatten. Meine Startnummer verschaffte mir das Glück, in die Gruppe C eingeteilt zu werden. Somit konnte ich die ersten zwei Läufe der vorgehenden Gruppen analysieren.
Viele Fahrer nahmen diese Möglichkeit ebenfalls wahr, denn der Offroadbereich hatte bereits am Freitag einige Diskussionen ausgelöst. Auch einige Fahrer aus der „S1/S2-Klasse“ bemängelte die einzelnen Sprungkombinationen (sog. Waschbrett), da diese zu gefährlich seien, was sich später auch bewahrheiten sollte.
8:45 war es dann soweit, rauf auf das Motorrad und ab auf die Strecke. Die ersten Runden mit gemässigtem Tempo, jedoch bemerkte ich bald, dass ich im Offroadbereich noch ziemliche Mühe hatte um das Tempo mitzugehen.
Ich bewegte mich anfangs im Mittelfeld, konnte dann langsam etwas anziehen und Zeit gut machen, bis zur Runde drei oder vier, als ich einen Fehler genau bei diesem Waschbrett machte. Ich fuhr etwas zu schnell den ersten Sprung an und landete folglich direkt auf dem Zweiten. Dadurch hebelte es mich unsanft von der Sitzbank, über den Lenker und kopfüber auf den noch harten Boden. So lag ich erst einmal da und musste mich wieder sammeln um mich überhaupt orientieren zu können. Mit noch etwas weichen Knien wieder auf das Motorrad und weiter (die verbale Kritik unter dem Helm über das Waschbrett viel sehr zaghaft aus, da sich mein Kinn und der rechte Arm ziemlich taub anfühlten). Die restliche Zeit des Trainings wurde aber trotzdem noch zum fahren genützt.
Als das freie Training vorbei war, sah ich noch einige Sterne und der Helm war leider auch nicht mehr zu gebrauchen.
Die Rundenzeiten waren mir zu diesem Zeitpunkt noch relativ egal,
da ich wusste, dass ich keine wirklich schnellen Runden absolviert hatte.
Die Mechaniker machten sich in der Zwischenzeit erst einmal auf Wanderschaft Richtung Motorradfachgeschäft um einen neuen Helm zu Organisieren. „Vielen Dank nochmal an Simon und Polo!“
Um 10:45 sollte dann das Zeittraining über die Bühne gehen, also schaute ich noch schnell die Rundenzeiten an, Platz 21 von 32.
„Da ist doch noch was machbar!“
In der Zwischenzeit wurde das Waschbrett nach zahlreichen Stürzen entschärft, und die mittleren zwei Hügel entnommen.
Kurz vor 10:45 rollte ich mit neuem Helm an den Vorstart zum Zeitraining, war immer noch etwas benommen vom Sturz und konnte leider auch nicht wirklich nach vorne fahren, nach den 10min. Fahrzeit stand fest, Platz 22!
Der erste Rennlauf war erst am Nachmittag, also machten wir uns auf die Suche nach etwas essbarem, und genossen noch die letzten Sonnenstrahlen.
Um 14:10 ging es weiter mit den ¼ Final Läufen, die ersten 20 Fahrer würden weiterkommen, eigentlich eine realistische Chance von Platz 22.
Das Wetter zeigte sich nun leider nicht mehr von der Sonnenseite, sinnflutartige Regenfälle überfluteten in kürzester Zeit die Strecke. Folglich wurden die Regenreifen aufgezogen und das Regenkombi montiert.
Der Start war recht spektakulär, ein Fahrer aus der zweiten Reihe hatte wohl das Gefühl er fährt schon mal los bei diesem Sauwetter bevor die rote Ampel erlischt. Als dann die rote Ampel wirklich erlosch, erwischte ich einen guten Start und machte 5 Plätze gut.
Danach ging es drunter und drüber, der erste Sprung in den Offroadbereich wurde für die hinteren Fahrer zum ersten Treffpunkt. Es erwischte gleich sechs Fahrer, die ihre Motorräder zu Boden brachten. Durch das Missgeschick Anderer, konnte ich mich im ersten Drittel des Rennes gut absetzen und lag zwischenzeitlich auf Platz 10. Leider nahm der Regen stetig zu, so dass sich die Sicht arg verschlechterte. Das Hauptproblem lag an der Orientierung, ständig die Brille von Schlamm und Dreck zu befreien und immer den richten Bremspunkt vor den Kurven zu finden. Etliche Streckenabschnitte standen mittlerweile komplett unter Wasser, was den Schwierigkeitsgrad erheblich erhöhte.
In der vierten Runde hat sich dann der Motor nach einem Schaltfehler kurz verabschiedet und ehe er wieder zum Leben erweckt werden konnte, waren vier Plätze eingebüsst. Voller Tatendrang setzte ich meine Fahrt fort um die Plätze wieder gut zu machen. Das Tribut sollte nicht lange auf sich warten lassen, in einer Linkskurve rutschte mir das Hinterrad weg und ich kam zu Fall. Alles nicht so wild dachte ich , doch leider hatte sich der Schalthebel derart verbogen, dass er sich unter dem Motorgehäuse befand. Das war es leider, musste deswegen die letzten Runden als Zuschauer verbringen.
Als Fazit kann ich sicher sagen, dass dieses Rennwochenende mir Praxiserfahrung bei Regen gegeben hat und dass ich der Taktik während des Rennens mehr Beachtung schenken muss. Hätte ich den 14. Platz sicher ins Ziel gefahren, ohne das Risiko unnötig zu fordern, so könnte ich bestimmt eine positivere Bilanz vorlegen.
Bis zum nächsten Lauf 24.06.2006, Hoch Ybrig
Steffen #108
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