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Most 2008

Stephan und ich haben uns entschlossen ein Rennstreckentraining in Most, in der Tschechei zu fahren.
Das Training findet am Montag 16. und Dienstag 17. Juni statt. Weil genau am vorhergehenden Wochenende ein Lauf zur Schweizermeisterschaft, mit Beteiligung der Österreichischen Fahrer stattfindet, wollen wir bereits am Samstagmorgen abfahren damit wir auch einmal unseren Rico Steinemann beim Rennen sehen können.

Da wir beide am Freitagabend etwas anderes vorhaben, laden wir bereits am Donnerstagabend. Ich fahre also mit Golf und Anhänger und meiner Bagage nach Thayngen. Stephan hat bereits alles bereit. Trotzdem, bis unsere 2 Töffs und das ganze Gepäck , mit grossem Zelt, notabene, sicher verpackt ist vergehen schnell zwei Stunden.

Am Samstagmorgen ist in Thayngen um 07.00 Uhr abfahrt. Mit knapp hundert Kmh unterwegs über Stuttgart, Nürnberg bis Beireuth und rechts ab Richtung Tschechien wird es fast halb zwei Uhr bis wir die Grenze passieren. Für mich ein eigenartiges Gefühl, war ich doch vor vielen Jahren, zur Zeit des Eisernen Vorhanges, in Most auf der Rennstrecke. Ohne anhalten fahren wir über die Grenze, die alten Grenzgebäude und Kontrollstellen sind noch gut zu erkennen.

In Most können wir direkt in den Rennpark hineinfahren und uns einen geeigneten Platz zum campieren suchen. Zuerst wollen wir unsere Schaffhauser Freunde begrüssen. Es sind alle da, Rico, seine zwei Mechaniker Peter und Toni und auch von seinen Kameraden im ASR-Kawasaki-Team werden wir herzlich begrüsst. Nun heisst es aber ausladen, Zelt aufstellen und einrichten. Zwischendurch schauen wir den ersten Lauf der 1000er Superstock. Rico steht auf dem guten 8. Startplatz, sein ewiglanger Teamkollege, Lorenz Sennhauser, auf dem fünften. Rico startet gut, hat dann aber einen Vorderradrutscher und findet seinen Rhythmus nicht mehr richtig. Er beendet das Rennen auf dem zehnten Platz. Nach dem Nachtessen in unserem Zelt besuchen wir das ASR – Team. Mit einer Flasche Grappa unter dem Arm und einem Teller voller Guetsli sind wir im grossen Gemeinschaftszelt herzlich willkommen.

Den Sonntagmorgen verbringen wir mit Training und Rennen schauen, Töff putzen und nichtstun. Weil Rico erst um halb Vier Uhr starten muss, wollen Stephan und ich uns etwas die Stadt Most anschauen. Viel sehenswertes gibt es nicht, es sind noch dieselben Plattenbauten wie vor zwanzig Jahren, einfach mit Farbe etwas aufgepeppt. Vom Burghügel aus haben wir eine gute Rundsicht über die Stadt, die Rennstrecke und weiter weg die Bergwerke wo im Tagbau Braunkohle abgebaut wird. Gewaltige Schaufelradbagger fördern die Kohle, respektive die oberen Erdschichten in denen noch keine Kohle liegt, weg. Rechtzeitig zum Start des Rennens sind wir wieder im Motodrom. Und pünktlich zum Start beginnt es leicht zu Tröpfeln. Beide ASR-Fahrer kommen gut weg, Rico liegt auf Platz fünf, sein Teamkollege Lorenz ist vierter. Leider wird es immer feuchter, auch Rico hat einen Gewaltsrutscher und muss übers Kiesbett fahren. Zum Glück hat er auf seine Verfolger einen grossen Vorsprung, so kann er den siebten Platz trotzdem halten. Dann wird das Rennen abgebrochen. Da noch nicht 75% der Renndistanz zurückgelegt sind, der Zeitplan aber keinen Neustart mehr zulässt, gibt es für die 1000er nur halbe Punkte.

Sowie sich der Rennpark gegen Abend etwas leert, werden die anderen Hobbyrennfahrer, unsere Konkurenten, auch hereingelassen. Den späteren Abend verbringen wir beim Boxentratsch mit Dejan und seinen Kollegen die er, wie uns, beim Veranstalter angemeldet hat.

Der Montagmorgen beginnt recht besch….. Es regnet. Da ich zwei zusätzliche Räder habe, kann ich die Sliks gegen Pipos austauschen. Stephan hat für seine Kawasaki keine regentaugliche Bereifung und muss sein Moped im Zelt stehen lassen. Ich fahre auf die Strecke, mit einem der beiden Veranstalter als Fahrlehrer voraus. Über zuviel Verkehr brauche ich mich nicht zu beklagen, wir sind fast alleine unterwegs. Frustrierend ist nur, wenn mein Fahrlehrer sich zu mir umdreht und einhändig um die Kurven fährt während ich alle Hände voll zu tun habe um nicht auszurutschen. Kunststück, er hat ausgewachsene Regenpneus montiert ! Am Nachmittag trocknet es ab, so kann auch Stephan noch einige Runden drehen.

Am Dienstag ist es schön. Einfach nur schön. Wir fahren am Morgen Gruppenweise drei mal Zwanzig Minuten. Am Nachmittag kann man sich einfach am Boxenausgang anstellen, alle zwanzig Minuten gibt es einen Wechsel. Wir fahren bis zum geht nicht mehr, sooo viel Spass. Um halb vier Uhr ist für mich Schluss, Ende , Aus, ich mag nicht mehr. Es reicht. Stephan kann nicht aufhören, er fährt insgesamt neun Turns !! Um sechs Uhr ist aber auch für Ihn Feierabend. Wir sind beide richtig begeistert und aufgestellt, das waren zwei traumhaft schöne Tage.

Am späteren Abend sind wir wieder fast alleine im Rennpark, alle anderen haben aufgeladen und sind nach Hause gefahren. Auch wir bereiten so weit wie möglich die Abfahrt vor, damit wir am Mittwochmorgen nur noch den Rest aufladen müssen und dann auch die Heimreise antreten können.


 
 
Bericht von Köbi Epprecht
 

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